Zyklotron – Tiere, Menschen, Maschinen

dog_cam

Nobuhira Narumi, Dog Cam Project, since 1990

Fachseminar Hauptstudium und weiterqualifizierende Studien

Donnerstag wöchentlich 14:00 – 16:00
Erster Termin 16.10.2014
Witschgasse 9 – 11, Atelier Transmedialer Raum, 1.0

„Um sich selbst zu verstehen, grenzen Menschen sich gerne von Nichtmenschen ab. Die »Anderen«: Das waren und sind »die Tiere«; es sind aber – zunehmend – auch »die Maschinen«.“
(Thomas Macho)

Zweifel daran, ob sich Tiere, Menschen und Maschinen langfristig noch unterscheiden lassen, äußerte Donna Haraway bereits in den 1990er-Jahren. Sie prognostizierte, dass das Verschwinden der Grenzen zwischen den oben genannten Akteuren eines der bedeutendsten Themen des 21. Jahrhunderts sein wu?rde. Erkenntnisse aus Verhaltensbiologie, Kognitionsforschung und den noch jungen Human-Animal Studies haben einen exklusiven Humanismus enttarnt, dessen Verwandtschaft mit Kolonialismus und Rassismus nicht mehr zu verbergen war.

Tiere werden heute als eigenständige Akteure mit Wirkmacht verstanden, die unsere Geschichte ebenso beeinflussen, wie wir die ihre. Was aber passiert, wenn aus den tradiert Anderen Nachbarn, Freunde oder Mitbu?rger_innen werden? Und wie ist dieses speziesu?bergreifende Zusammenleben im Bezug auf die uns umgebenden Maschinen zu lesen? In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit Ku?nstler_innen, Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen, die Mensch-Tier-Maschine-Beziehungen neu befragen. Die Studierenden sind eingeladen, eigene Projekte vorzustellen und zu entwickeln.