ANIMAL LUDENS – EXPERIMENTS IN INTERSPECIES COLLABORATION

HUnde_hüpfen

Fachseminar Hauptstudium und weiterqualifizierende Studien

Montag wöchentlich 11:00 13:00

Erster Termin: 02.11.2015

Große Witschgasse 9 – 11, 1.0, Atelier Transmedialer Raum

Johan Huizinga zeichnet in seinem Buch „Homo Ludens“ die Kulturgeschichte des Menschen anhand der Tätigkeit des Spielens auf. Kinder spielen, Erwachsene spielen – dieses Spielen, mal regelgebunden, mal frei, erzählt von Glück, dem Mit- und Gegeneinander, von Vorstellungskraft und Teilhabe. Doch wie verhält sich dies zu nicht-menschlichen Akteuren? Tiere spielen. Tiere haben, schon bevor es den Menschen gab, gespielt –
sie haben nicht auf uns gewartet, um spielen zu dürfen. Diese Tatsache benennt sie als eigenständige Akteure mit Wirkmacht – sie beeinflussen unsere Geschichten ebenso wie wir ihre.

Das Schaffen im Gemeinsamen kann kollaborativ und kooperativ geschehen: Auf Seiten der Kooperation, also dem künstlerischen Schaffen an unterschiedlichen Teilen des Werkes, existieren symmetrische und asymmetrische Kooperationen. Kooperation kann hierarchisch konstruiert sein oder auf Blickhöhe geschehen. Als Bindeglied zwischen den Akteuren vermitteln Medien und die ihnen eingeschriebenen Kulturtechniken: Medien können als Kooperationsbedingungen verstanden werden, gleichzeitig können Medien nur kooperativ bearbeitet werden. In einem kollaborativen Prozess muss man den Anderen nicht unbedingt verstehen. Die Kollaboration als ein gleichzeitiges, künstlerisches Schaffen stellt sich die Frage, wie man mit einem Partner kollaboriert, dessen Intentionen und Agenden wir nicht kennen. Wie können wir den Erfolg des Ergebnisses bewerten, wenn es uns nicht möglich scheint, mit dem Partner zu kommunizieren?

Das Seminar lädt ein, den Blick des nicht-menschlichen Partners zu erwidern und im Spielen und Schaffen einen neuen Erfahrungsraum als Animal Ludens zu betreten.

Workshop: Animal Communication
Gast: Dr. Jessica Ullrich, Herausgeberin „Tierstudien“