Bio-Art. Der Versuch einer Kartografierung einer neuen künstlerischen Praxis

Dezember 2009
Vortrag und Gespräch mit Susanne Jaschko, Kuratorin, Berlin

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Eduardo Kac mit Alba

Bio-Art ist eine junge Kunstkategorie, unter der man transdiziplinäre Projekte und Arbeitsweisen in der zeitgenössischen Kunst zu fassen versucht, in deren Mittelpunkt der Einsatz von biologischen Medien sowie das Überschreiten der Grenze zwischen Kunst und wissenschaftlicher Forschung stehen.

In den letzten Jahren gewinnt die Bio-Art deutlich an Fahrt und Wirkung, insbesondere durch den öffentlichen Ethik-Diskurs zur Gentechnik und durch den Klimawandel und das daraus resultierende wachsende Bewusstsein für die Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur.

Immer mehr Künstler übertreten die vormals scharf gezogenen Grenzen zwischen den Kunst und Forschung und entwickeln eine ästhetische und konzeptionelle Praxis, die sich einer eindeutigen Kategorisierung, Kommerzialisierung und auch dem klassischen Ausstellungsbetrieb der Kunstinstitutionen verweigert. Oft als Künstler und Forscher in einer Person loten sie die Möglichkeiten des Experiments in noch nicht da gewesener Weise aus. Künstler und Gestalter, die an dieser Schnittstelle von Kunst und Forschung arbeiten, stellen so Fragen, welche die Wissenschaft alleine weder stellen noch beantworten würde.