Expandierende Einfachheit

Wonbaek Shin


Wonbek_Shin_Installation_01
Installationsansicht
Acrylglas, Kupferdraht, Glühbirne
Video HD, Farbe, ohne Ton

 

Ich lIn der Installation Expandierende Einfachheit wurden 400 Meter Kupferlackdrähte mit einem Durchmesser von 0,15 mm zu einer fraktalen Form ver baut. Mit dem Material, hier als Widerstand eingesetzt, generiert Wonbaek Shin ohne Verwendung elektronischer Bauteile eine elektrische Spannung. Das fragile Gebilde erzeugt durch die unendliche Wiederholung seiner komplexen Form einen Stromkreis mit 230 Volt und bringt so eine kleine 6 Volt Glühbirne zum Leuchten.

Das künstlerische Objekt, ein quadratisches Materialbild, codiert zwei Ebenen: den Vorgang der Herstellung und das Ergebnis. Das Werk, in wochenlanger Handarbeit wie ein Gewebe hergestellt, lässt sich als traditionelles Webverfahren lesen. Die Rhythmik und die sich stets wiederholenden gleichen Handgriffe erzeugen in der zeitlichen Dimension des Herstellungsverfahrens ein en Zustand geistiger Konzentration und Versenkung. Durch die unendliche Wiederholung der äußeren Form auf der Materialebene und des dadurch erzeugten Stromkreises verschwimmt die Grenze zwischen der Komplexität der bildlichen Oberfläche und Textur und der Einfachheit des Vorgangs. Die Kompliziertheit des Objektes verwandelt sich in „expandierende Einfachheit“.

 

Wonbaek_Shin_Expandierende_Einfachheit_02
Detail

 

In the installation Expanding Simplicity enamelled copper wires with a cross-section of 0.15mm and 400 m long are fitted to a fractal form. With this material – used as a resistance –  Wonbaek Shin generates electric tension without the employment of electronic components. Due to the infinite repetition of its complex shape and craft the fragile structure generates a circuit with 230 volts which causes a small light bulb of 6 volt to glow.

The artwork, a square based material image, comprises two levels: The production process, and the result. The artwork, carefully handcrafted like a fabric over weeks, reminds of traditional weaving techniques. Following the time span the rhythm and the repeating hand movements engender a state of mental concentration and self-absorption. Regarding the object the complexity of the visual surface and its elaborated texture seem to blur into an elementary electric process. The complexity of the object transforms into “expanded simplicity”.