Kategorie-Archiv: WS 2015/16

Gastvortrag: Das mentale Territorium der Karte – Raumrepräsentation und Raumwahrnehmungen in kognitiven Karten

Vortrag und Gespräch mit Dr. Pablo Abend im Rahmen des Seminars “Tiefe Topografien”

Dienstag, 19. Januar 2016, 17:00 Uhr

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Die moderne Kartographiegeschichte wird gemeinhin als wissenschaftliche Erfolgsgeschichte präsentiert: eine stetige Verfeinerung der Methoden zur Schematisierung, Generalisierung, Abstraktion und Visualisierung des erdräumlichen Territorums. Die kognitive Karte entzieht sich dieser Geschichte und wird daher häufig für den Gegenentwurf zu den objektivistisch‐materialistischen Zugängen der Geographie herangezogen. Als kartographische Anamorphosen machen kognitive Karten individuelle Raumwahrnehmungen sichtbar und lassen tiefe Topographien individueller und geteilter Erfahrung entstehen. Im Vortrag werden die historischen Wurzeln des Konzept der kognitiven Karte vorgestellt und ihre Verwendung im Kontext der Wahrnehmungsgeographie, Kognitionswissenschaft und den Game Studies exemplarisch erläutert. Die Beispiele reichen von kognitiven Kartierungen des kölner Stadtraums durch türkischer Arbeitsmigranten aus den 1960er Jahren über gezeichnete Karten von Computerspielen der 1990ern bis hin zu virtuellen Kameraflügen im Geobrowsing der Gegenwart.

Workshop Tierkommunikation

Workshop und Gespräch mit Frau Heuzeroth

Sa./So.  9.1. + 10.1. im Transmedialen Raum

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Einführung in die Grundsatzthemen der Tierkommunikation – Erläuterung der verschiedener Wahrnehmungskanäle und der intuitiven Verständigung – Partnerübungen in denen das Bewusstsein für bereits (evtl. unbewusst) erlebte telepathische Begegnungen mit Tieren oder auch mit anderen Menschen geweckt wird – Übungen zum Erfahren nonverbalen Sendens und Empfangens – Imaginationsübungen.
Karina Heuzeroth hat ihre Ausbildung bei Penelope Smith in Deutschland und USA absolviert. Sie gibt Einzelberatungen und Seminare für Gruppen und ist Ausbilderin für Tierkommunikator_innen und Kursleiter_innen. Darüber hinaus ist sie Vorsitzende des Berufsverbands der Tierkommunikator_innen in Deutschland.

Gastvorträge mit der Künstlerin Johanna Steindorf und Dr. Stefan Niklas

Vortrag und Gespräch mit der Kulturwissenschaftler Dr. Stefan Niklas und die Künstlerin Johanna Steindorf  auf Einladung des Seminars Tiefe Topografien

Dienstag, 15. Dezember 2015, 16:00 Uhr. Transmedialer Raum, Große Witschgasse 9-11, Kunsthochschule für Medien Köln.

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16:00 – 17:30h Gastvortrag Dr. Stefan Niklas: Ästhetisches Modifizieren des Stadtraums.

Landschaft ist ein komplexes ästhetisches Phänomen: Mit ihr wird nicht das bloße Faktum einer räumlichen Gegend bezeichnet, sondern die spezifische raum-zeitliche, sinnlich-imaginative Erfahrung, die an und durch eine solche Gegend gemacht wird. Wie Georg Simmel zurecht bemerkt hat, ist schon das Herausschneiden eines “Stücks Natur”, das im Wahrnehmungsvorgang zu einer Landschaft geformt wird, ein ästhetischer Akt und “ein Kunstwerk in statu nascendi”. Diese Erfahrung ist dabei keineswegs auf die als “Natur” beschworene Landschaft beschränkt – auch die Stadt kann und wird als Landschaft wahrgenommen, das heißt in besonderen Momenten als eine solche erlebt. Doch was passiert nun, wenn die (städtische) Landschaft in einer Kopfhör-Erfahrung nochmals ästhetisch modifiziert wird, wenn sie also Korrespondenzen mit der ungeteilt gehörten Musik eingeht?

18:00 – 19:00h Gastvortrag/Audiowalk Johanna Steindorf: The Strange Half-Absence of Wandering at Night.

Ort: Treffpunkt 17:30h, Transmedialer Raum, Große Witschgasse 9-11, Kunsthochschule für Medien Köln.

In diesem Audio-Walk begleiten die Teilnehmenden eine weibliche Hauptfigur in der Abenddämmerung durch den Park. Sie verkörpert den Geist fiktiver und realer Frauen, die ihre Freiheit des (nächtlichen) Gehens behauptet und damit Restriktionen und Konventionen ihrer Kultur und Zeit herausgefordert haben. Dieses Audio-Stück mischt Erzählungen, Textauszüge, Musik, klangliche Filmausschnitte und Field Recordings. Anschließend werden wir in der Gruppe über inhaltliche und formale Möglichkeiten sprechen, die sich für diese künstlerische Strategie anbieten. Dabei gebe ich Einblicke in mein künstlerisches Promotionsprojekt zum Thema Audio-Walk und weibliche Migration.

 

TIEFE TOPOGRAFIEN

Fachseminar Hauptstudium und weiterqualifizierende Studien 

Konstantin Butz, Thomas Hawranke

Dienstag wöchentlich 17:00 – 19:00

Erster Termin: 27.10.2015
Große Witschgasse 9 – 11, 1.0, Atelier Transmedialer Raum

Angelehnt an aktuelle Diskurse, die sich mit Theorien und Methoden von „deep reading“, „deep topography“ und „deep hanging out“ beschäftigen, verlieren wir uns nicht nur in
Texten, sondern auch im tatsächlichen Stadtraum. Hierbei sollen Praktiken diskutiert und ausprobiert werden, die unsere alltägliche Lebenswelt im Ort und in der Situation untersuchen. Wir sind unterwegs, spazieren und wandern, lesen im Moment und schreiben in der Bewegung.

Vorläufige Literaturliste:

  • −  IainBorden:Skateboarding,SpaceandtheCity
  • −  Pierre Gallissaires: Der Beginn einer Epoche:Texte der Situationisten
  • −  Henri Lefebvre: The Production of Space
  • −  Alan Moore: The League of Extraordinary Gentlemen Volume III:Century #1 1910
  • −  Nick Papadimitriou: Scarp
  • −  Anja Schwanhäußer: Kosmonauten des Underground –Ethnographie einer Berliner Szene
  • −  Will Self, Ralph Steadman: Psychogeography
  • −  Iain Sinclair: London: City of Disappearances
  • −  Rebecca Solnit: A Field Guide to Getting Lost
  • −  Rebecca Solnit: Wanderlust
  • −  McKenzie Wark: The Beach Beneath the Street: The EverydayLife and Glorious Times of the Situationist International

ANIMAL LUDENS – EXPERIMENTS IN INTERSPECIES COLLABORATION

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Fachseminar Hauptstudium und weiterqualifizierende Studien

Montag wöchentlich 11:00 13:00

Erster Termin: 02.11.2015

Große Witschgasse 9 – 11, 1.0, Atelier Transmedialer Raum

Johan Huizinga zeichnet in seinem Buch „Homo Ludens“ die Kulturgeschichte des Menschen anhand der Tätigkeit des Spielens auf. Kinder spielen, Erwachsene spielen – dieses Spielen, mal regelgebunden, mal frei, erzählt von Glück, dem Mit- und Gegeneinander, von Vorstellungskraft und Teilhabe. Doch wie verhält sich dies zu nicht-menschlichen Akteuren? Tiere spielen. Tiere haben, schon bevor es den Menschen gab, gespielt –
sie haben nicht auf uns gewartet, um spielen zu dürfen. Diese Tatsache benennt sie als eigenständige Akteure mit Wirkmacht – sie beeinflussen unsere Geschichten ebenso wie wir ihre.

Das Schaffen im Gemeinsamen kann kollaborativ und kooperativ geschehen: Auf Seiten der Kooperation, also dem künstlerischen Schaffen an unterschiedlichen Teilen des Werkes, existieren symmetrische und asymmetrische Kooperationen. Kooperation kann hierarchisch konstruiert sein oder auf Blickhöhe geschehen. Als Bindeglied zwischen den Akteuren vermitteln Medien und die ihnen eingeschriebenen Kulturtechniken: Medien können als Kooperationsbedingungen verstanden werden, gleichzeitig können Medien nur kooperativ bearbeitet werden. In einem kollaborativen Prozess muss man den Anderen nicht unbedingt verstehen. Die Kollaboration als ein gleichzeitiges, künstlerisches Schaffen stellt sich die Frage, wie man mit einem Partner kollaboriert, dessen Intentionen und Agenden wir nicht kennen. Wie können wir den Erfolg des Ergebnisses bewerten, wenn es uns nicht möglich scheint, mit dem Partner zu kommunizieren?

Das Seminar lädt ein, den Blick des nicht-menschlichen Partners zu erwidern und im Spielen und Schaffen einen neuen Erfahrungsraum als Animal Ludens zu betreten.

Workshop: Animal Communication
Gast: Dr. Jessica Ullrich, Herausgeberin „Tierstudien“