Kategorie-Archiv: Gäste

Gäste zum Fachseminar EINMISCHEN

Donnerstag, 28. April 2016, 14:00 Uhr | Feld/Forschung – wissenschaftliche Methode & künstlerische Praxis | Alexander Schwinghammer (Weimar)

Ausgehend von einer Frage nach Potentialen der Aneignung “wissenschaftlicher Methoden” für künstlerische Praxis, begibt sich dieser Vortrag auf eine Expedition in Räume des Dialogs von Feldforschung für und künstlerischer Praxis bzw. künstlerischer Forschung. Inwieweit findet eine Integration ethnografischer Methoden in solche künstlerische Prozesse statt, welche den Anspruch haben, mehr zu sein, als pseudokünstlerische Behauptungen einer Singularität? Imitiert in diesen Fällen Kunst lediglich etabliertes disziplinäres Feld oder ist sie der Lage, eigene Momente der Erkenntnis hervorzubringen? Welchen Wert kann umgekehrt eine künstlerische Praxis für eine wissenschaftliche Fragestellung haben? Diese und andere damit verbundene Fragen werden am Beispiel verschiedener forschender Ansätze und eigener Forschungen erkundet.

Donnerstag, 19. Mai 2016, 14:00 Uhr | Vom (ästhetischen) Forschen als einem (epistemischen) TunAnke Haarmann (Hamburg)

Die Kunst lässt sich als eine Praxis verstehen und das Forschen in der Kunst als eine ästhetische Tätigkeit. Kunst und Forschung überkreuzen sich im Modus des Tuns. Aber was genau macht eine Praxis im Allgemeinen zu einer forschenden und im Besonderen zu einer künstlerischen?

Donnerstag, 16. Juni 2016, 14:00 Uhr | Die Domestikationsmacht des LaboratoriumsNadine Taha (Siegen)

Genuin wird unter Domestikation ein Transformationsprozess von Wildtieren und -pflanzen verstanden, bei dem der Mensch über Generationen hinweg das Wilde dieser natürlichen Akteure genetisch isoliert. Es ist kontrollierten und insbesondere heimisch-lokalen (lat. domus: Haus(halt)) Züchtungspraktiken zu verdanken, dass die ‚gezähmten‘ pflanzlichen und tierischen Nachkommen dem Menschen mehr Nutzen bringen als ihre wilden Vorgänger. Sucht man nach Orten der Domestikation, zeichnet sich insbesondere das Forschungslabor als eine wirkmächtige Größe aus. Dieser ‚kleine’ isolierte Ort soll durch seine Domestikationskraft eine unverhältnismäßig große Wirkung auf die Gesellschaft ausüben. Gerade durch die kontrollierbare Umgebung des Labors beherrschen und zähmen Wissenschaftler beispielsweise Krankheitserreger, worauf eine globale Verteilung von Impfstoffen folgt. Ziel des Vortrages ist es, die Domestikationsmacht des Laboratoriums anhand von Fallstudien zu konkretisieren und gleichermaßen zu hinterfragen.

 

Gastvortrag: Das mentale Territorium der Karte – Raumrepräsentation und Raumwahrnehmungen in kognitiven Karten

Vortrag und Gespräch mit Dr. Pablo Abend im Rahmen des Seminars “Tiefe Topografien”

Dienstag, 19. Januar 2016, 17:00 Uhr

swordcoast

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die moderne Kartographiegeschichte wird gemeinhin als wissenschaftliche Erfolgsgeschichte präsentiert: eine stetige Verfeinerung der Methoden zur Schematisierung, Generalisierung, Abstraktion und Visualisierung des erdräumlichen Territorums. Die kognitive Karte entzieht sich dieser Geschichte und wird daher häufig für den Gegenentwurf zu den objektivistisch?materialistischen Zugängen der Geographie herangezogen. Als kartographische Anamorphosen machen kognitive Karten individuelle Raumwahrnehmungen sichtbar und lassen tiefe Topographien individueller und geteilter Erfahrung entstehen. Im Vortrag werden die historischen Wurzeln des Konzept der kognitiven Karte vorgestellt und ihre Verwendung im Kontext der Wahrnehmungsgeographie, Kognitionswissenschaft und den Game Studies exemplarisch erläutert. Die Beispiele reichen von kognitiven Kartierungen des kölner Stadtraums durch türkischer Arbeitsmigranten aus den 1960er Jahren über gezeichnete Karten von Computerspielen der 1990ern bis hin zu virtuellen Kameraflügen im Geobrowsing der Gegenwart.

Workshop Tierkommunikation

Workshop und Gespräch mit Frau Heuzeroth

Sa./So.  9.1. + 10.1. im Transmedialen Raum

IMG_3180 copy
IMG_3178 copy IMG_3179 copy

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IMG_3183 copy

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einführung in die Grundsatzthemen der Tierkommunikation – Erläuterung der verschiedener Wahrnehmungskanäle und der intuitiven Verständigung – Partnerübungen in denen das Bewusstsein für bereits (evtl. unbewusst) erlebte telepathische Begegnungen mit Tieren oder auch mit anderen Menschen geweckt wird – Übungen zum Erfahren nonverbalen Sendens und Empfangens – Imaginationsübungen.
Karina Heuzeroth hat ihre Ausbildung bei Penelope Smith in Deutschland und USA absolviert. Sie gibt Einzelberatungen und Seminare für Gruppen und ist Ausbilderin für Tierkommunikator_innen und Kursleiter_innen. Darüber hinaus ist sie Vorsitzende des Berufsverbands der Tierkommunikator_innen in Deutschland.

Vortrag und Gespräch mit Dr. Jessica Ullrich: Interspecies Art oder „Jedes Tier ist eine Künstlerin“

Interspecies Art oder „Jedes Tier ist eine Künstlerin“
Vortrag und Gespräch mit Dr. Jessica Ullrich

Montag den 14.12., 11.00 – 13.00
im Kontext des Seminars ANIMAL LUDENS Hörner/Antlfinger und Thomas Hawranke
Transmedialer Raum, Große Witschgasse 9-11

Arnulf_rainer

 

 

 

 

 

 

 
Im Rahmen der traditionellen Ästhetik werden nichtmenschliche Tiere überwiegend als kunstlose Wesen der Natur zugerechnet. Dennoch erleben Tiere und ihre Produkte derzeit in der Kunst eine Konjunktur und werden von Künstler_innnen als ästhetische Akteur_innen ernst genommen. Im Fokus des Vortrags stehen Kunstwerke, in denen nichtmenschliche Tiere in menschliche künstlerische Praxis einbezogen werden, dort eine eigene Handlungsmacht entfalten und Kunst miterschaffen. Anhand dieser aktuellen Beispiele von Interspecies Art soll der Frage nachgegangen werden, ob man von tierlicher Ko-Autorschaft sprechen kann.

Dr. Jessica Ullrich ist Kuratorin, Herausgeberin der Zeitschrift Tierstudien (Neofelis Verlag Berlin) und Repräsentantin von Minding Animals Germany

 

Gastvorträge mit der Künstlerin Johanna Steindorf und Dr. Stefan Niklas

Vortrag und Gespräch mit der Kulturwissenschaftler Dr. Stefan Niklas und die Künstlerin Johanna Steindorf  auf Einladung des Seminars Tiefe Topografien

Dienstag, 15. Dezember 2015, 16:00 Uhr. Transmedialer Raum, Große Witschgasse 9-11, Kunsthochschule für Medien Köln.

415OL+X5t1L._SX311_BO1,204,203,200_

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

16:00 – 17:30h Gastvortrag Dr. Stefan Niklas: Ästhetisches Modifizieren des Stadtraums.

Landschaft ist ein komplexes ästhetisches Phänomen: Mit ihr wird nicht das bloße Faktum einer räumlichen Gegend bezeichnet, sondern die spezifische raum-zeitliche, sinnlich-imaginative Erfahrung, die an und durch eine solche Gegend gemacht wird. Wie Georg Simmel zurecht bemerkt hat, ist schon das Herausschneiden eines “Stücks Natur”, das im Wahrnehmungsvorgang zu einer Landschaft geformt wird, ein ästhetischer Akt und “ein Kunstwerk in statu nascendi”. Diese Erfahrung ist dabei keineswegs auf die als “Natur” beschworene Landschaft beschränkt – auch die Stadt kann und wird als Landschaft wahrgenommen, das heißt in besonderen Momenten als eine solche erlebt. Doch was passiert nun, wenn die (städtische) Landschaft in einer Kopfhör-Erfahrung nochmals ästhetisch modifiziert wird, wenn sie also Korrespondenzen mit der ungeteilt gehörten Musik eingeht?

18:00 – 19:00h Gastvortrag/Audiowalk Johanna Steindorf: The Strange Half-Absence of Wandering at Night.

Ort: Treffpunkt 17:30h, Transmedialer Raum, Große Witschgasse 9-11, Kunsthochschule für Medien Köln.

In diesem Audio-Walk begleiten die Teilnehmenden eine weibliche Hauptfigur in der Abenddämmerung durch den Park. Sie verkörpert den Geist fiktiver und realer Frauen, die ihre Freiheit des (nächtlichen) Gehens behauptet und damit Restriktionen und Konventionen ihrer Kultur und Zeit herausgefordert haben. Dieses Audio-Stück mischt Erzählungen, Textauszüge, Musik, klangliche Filmausschnitte und Field Recordings. Anschließend werden wir in der Gruppe über inhaltliche und formale Möglichkeiten sprechen, die sich für diese künstlerische Strategie anbieten. Dabei gebe ich Einblicke in mein künstlerisches Promotionsprojekt zum Thema Audio-Walk und weibliche Migration.

 

Vortrag und Gespräch mit Friederike Schmitz

Vortrag und Gespräch mit Friederike Schmitz, Philosophin, Berlin
Donnerstag, 4. Dezember 2014, 14:00 h
animal-liberation-human-liberation-chica
„In der gegenwärtigen Tierindustrie werden Rinder, Schweine, Hühner und viele andere Tiere primär als Waren und Produktionsmittel angesehen und entsprechend behandelt. Gleichzeitig wird allgemein davon ausgegangen, dass diese Tiere fühlende Individuen sind, deren Bedürfnisse nicht einfach ignoriert werden dürfen. Wie passt das zusammen? Inwieweit müssen wir die Bedürfnisse von Tieren ernstnehmen – und was folgt für die sog. „Nutztier“-Haltung, wenn wir es tun?
Dieser Vortrag will zeigen, wie sich die (im positiven Sinn) radikale Position der Tierbefreiungsbewegung mithilfe weniger Schritte und einiger Tatsacheninformationen
aus weit verbreiteten Alltagsüberzeugungen ableiten lässt.“

Friederike Schmitz hat Philosophie und Neuere deutsche Literatur studiert und 2013 mit einer Arbeit zur philosophischen Methode von Wittgenstein und Hume in Heidelberg promoviert. Sie ist Herausgeberin des Sammelbandes „Tierethik. Grundlagentexte“, der Anfang 2014 im Suhrkamp-Verlag erschienen ist. Im Moment denkt sie in Berlin über Ethik und Politik der Mensch-Tier-Beziehung nach und ist in verschiedenen Gruppen der Tierbefreiungsbewegung aktiv.

Vortrag: “Lebende Bilder“ und “täglich wilde Szenen“

Bildschirmfoto 2014-12-03 um 3.22.22 PM

“Lebende Bilder“ und “täglich wilde Szenen“ -  Zum Tierbild in der Gestaltung von Zoogehegen
Vortrag und Gespräch mit Anne Hölck, Szenografin und Kuratorin, Berlin

Donnerstag, 13. November 2014, 14:00 h
im Kontext des Seminars “Tiere Menschen Maschinen”
Hörner/Antlfinger und Thomas Hawranke

Why look at animals? John Berger stellt in seinem Essay von 1980 in Bezug auf den Zoo mittels der Bildkritik fest: Tiere sind aus den konkreten Räumen der Menschen verschwunden, sie dienen vielmehr den imaginären Beziehungen. Angesichts zeitgenössischer Zooarchitektur und der Tierbilder, die sie (re)produziert, stellt Anne Hölck diese Frage aus dem Kontext der Human-Animal Studies erneut und untersucht die veränderten Perspektiven auf gesellschaftliche
Mensch-Tier-Verhältnisse.

Anne Hölck ist freie Szenografin. Sie arbeitet an Theatern in Deutschland, Frankreich und in der Schweiz. Neben der Theaterarbeit realisiert sie Ausstellungsprojekte, leitet Projektseminare und hält Vorträge im Forschungsfeld der Human-Animal Studies mit dem Schwerpunkt auf raumwissenschaftlichen und künstlerischen Ansätzen.

Sunjha Kim – Vortrag

Bildschirmfoto 2014-05-20 um 17.47.59

Sunjha Kim beobachtet und interpretiert eine „fremde“ Sprache (Laut und Schrift) und die damit verwandten Denkweisen der Menschen. Bisher hat sie die deutsche Sprache als Fremdsprache wahrgenommen, und ihre Empfindung dieser Sprache in zwei experimentellen Filmen „Schwarze Milch“ und „[?]“ thematisiert. Nun erweitert sie ihren Blickwinkel auf eine westafrikanische Trommelsprache in Burkina Faso, untersucht die Trommelsprache der Mossi und die damit verbundene Ahnengeschichte im rituellen Kontext.
Sunjha Kim (1983, Seoul, Südkorea) studierte von 2002 – 2006 Visual Design und Philosophie an der Seoul National University und von 2007 – 2011 Audiovisuelle Medien an der Kunsthochschule für Medien Köln. Ihre Videos und Kunstwerke sind in zahlreichen Ausstellungen und internationalen Filmfestivals gezeigt, inklusive ISEA(International Symposium on Electronic Art) Dortmund, International Film Festival Rotterdam und Images Festival Toronto.

 

 

Ludwig Zeller – Vortrag

Bildschirmfoto 2014-05-20 um 17.47.45

Mithilfe einer Vielzahl von gestalterischen und wissenschaftlichen Mitteln untersucht Ludwig Zeller den Bereich der technifizierten Kultur und verwischt in seiner autorschaftlichen Praxis die vermeintlich klaren, disziplinären Grenzen zwischen Kunst und Design.?

In seiner Lehrtätigkeit als Dozent der Hochschule für Gestaltung und Kunst erforscht er in der Vertiefungsrichtung „Interaktion“ mit seinen Studierenden die poetischen Dimensionen unserer Datenkultur durch audiovisuelle Übersetzungen zwischen analogen und digitalen Domänen. Darüberhinaus untersucht Zeller im Rahmen einer Promotion an der Kunsthochschule für Medien Köln und als Designforscher der HGK Basel die narrativen Qualitäten fiktiver Designartefakte. Angelehnt an den angelsächsischen Begriff der Design Fiction geht es hierbei um Strategien zur Erkenntnis und Reflektion über gegebene Ist-Zustände und die Diskussion der gesellschaftlichen Manifestierung durch Technologie.

In seinem Vortrag wird Ludwig Zeller neben einigen Beispielen von studentischen Arbeiten auch einige Aspekte seines Promotionsprojektes an der Kunsthochschule für Medien Köln vorstellen.

Zellers Arbeit wurde international ausgestellt bei V2_ Rotterdam, FILE Sao Paulo and Rio De Janeiro, MU Eindhoven, Arnolfini Bristol, Barbican London, technarte Bilbao, SIGCHI Boston und vorgestellt in PAGE, De:Bug, Fast.Co Design, wemakemoneynotart und CAN.